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Von Flossen zu Händen

Sehen Sie sich ihre Hände an. Wussten Sie, dass Sie als Embryo Hände mit Schwimmhäuten hatten? Später verschwanden die Zellen, die die Finger zusammenhielten, und Ihre Hände wurden so, wie sie heute sind. Dieses Phänomen des programmierten Zelltods läuft unser ganzes Leben lang ab. Denn das reibungslose Funktionieren unserer Organe, oder ganz allgemein unserer Gesundheit, ist von denjenigen Zellen abhängig, die Selbstmord begehen.

Ein fein abgestimmter Tod

Der programmierte Zelltod (Apoptose) ist kein zufälliger Prozess, sondern wird von Proteinen streng kontrolliert. Manche Proteine führen Zellen in den Tod, während andere sie beschützen.

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Tanz der Proteine

Doch so einfach ist das nicht. Die Proteine für Leben und Tod kommunizieren, stehen miteinander in Verbindung und beeinflussen sich gegenseitig. In diesem Geflecht aus Wechselwirkungen spielen manche Proteine eine tragende Rolle bei der Entscheidung über Leben und Tod. Bcl2 beispielsweise beschützt die Zellen, solange es allein handelt. Aber wenn es als Teil eines Netzwerkes mit anderen Proteinen in Beziehung steht, dann fördert es den Zelltod.

 

Der virtuelle Tanz

Wie kann man sich einen Überblick über diese vielen Wechselwirkungen verschaffen, die teilweise so verwickelt sind wie das Internet? Hier ist die Bioinformatik eine große Hilfe, da sie alle Ergebnisse der Laborexperimente speichern kann. Zudem ermöglicht sie es, die Gesamtheit aller Wechselwirkungen zwischen den Proteinen einer Zelle oder eines Gewebes sichtbar zu machen. Diese Darstellungen helfen den Wissenschaftlern, die biologischen Prozesse, sowie die Beteiligung der verschiedenen Proteine darin, zu verstehen.